Historie

Geschichte und Entwicklung des Jugendhauses

Bereits bei den Planungen des Stadtteils Orschel-Hagen wurden die Freizeitinteressen junger Menschen mit berücksichtigt. Beim Bau des Geschäfts- und Kulturzentrums 1965 am Dresdner Platz wurde von der GWG (Wohnungsgesellschaft Reutlingen) ein Gemeinschaftshaus erstellt. Dies wurde in erster Linie für "jugendpflegerische" Aufgaben sowie für "kulturelle und gemeinschaftsfördernde Veranstaltungen" zur Verfügung gestellt. Seit November 1968 bot der Arbeitskreis Jugendhaus verschiedene Veranstaltungen in den Räumen des heutigen Jugendhauses an. 1970 konnte dann der erste hauptamtliche Mitarbeiter bei der Stiftung Jugendwerk für die Jugendarbeit in Orschel-Hagen angestellt werden.

Ausgeprägte Selbstverwaltungsstrukturen führten zu einer bewegten Anfangszeit im Jugendhaus und forderten in hohem Maße alle verantwortlichen Mitarbeiter. Bis 1982 war die Stimmung im Jugendhaus auch von "Aggressivität und Vandalismus" geprägt. Parallel dazu fanden trotzdem ein Vielzahl von Kreativangeboten, Kindernachmittagen, Tanz- und Musikveranstaltungen ihren Platz. 1982 wurde eine Konzeption verwirklicht, die sich ausschließlich auf Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren konzentrierte.

Das Profil des Jugendhauses wurde bis Ende der 90er Jahre im Kreativbereich differenziert und ausgebaut. Die ursprünglich rigiden Altersgrenzen wurden von da an vorsichtig ausgeweitet, um dann auf das heutige Niveau von einer Kernzielgruppe von jungen Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahre festgelegt zu werden.

Seit 1991 gibt es einen jährlich stattfindenden außerschulischen Jugendaustausch mit der ungarischen Partnerstadt Szolnok. Dabei findet die Begegnung abwechselnd in Deutschland und in Ungarn statt. 

Das Jugendhaus versteht sich seit 2000 als stadtteilbezogener Treffpunkt, als Ort jugendlicher Identifikation und Gestaltung, als Ort der Begegnung für Kinder und Jugendliche verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen Perspektiven. Das Programm versteht sich als Anregung für selbstgesteuerte Bildungsprozesse, als Ort für eine erfahrbar soziale Partizipation und als Unterstützung in persönlichen Fragen und Krisen. Die Rolle des Jugendhauses im Stadtteil wird durch seine aufsuchende Jugendarbeit ergänzt und gestärkt. Auch außerhalb des Jugendhauses verstehen wir uns als Ansprechpartner für Jugendliche und als Vertreter einer jugendlichen Öffentlichkeit.

Das Jugendhaus geht bei der Gestaltung des sozialräumlichen Miteinanders Kooperationen mit anderen Akteuren im Stadtteil ein. (Stadtteilfeste, Open-Air Festivals, Turniere, Weihnachtsmarkt etc.) Räumlichkeiten des Jugendhauses werden an Initiativen, Schulen, Vereine, Musik- und Tanzgruppen vermittelt und überlassen.